Mit dem VW-Bus durch… SCHOTTLAND #4: Glenfinnan

Mittwoch, 14.10.2015

 

Um 7 Uhr klingelte der Wecker und unser 4. Tag in Schottland begann mit bewölktem Himmel und 2,5 Grad Außentemperatur.

Wir machten Bruno und uns Abfahrtbereit und fuhren erneut die A82 zu dem bereits erwähnten einsamen Cottage.

Auf dem Weg dorthin sahen wir nichts. Nur entgegenkommende Fahrzeuge und Nebel. Viel Nebel. So viel Nebel, dass wir keine Chance hatten überhaupt das Cottage zu sehen. Somit drehten wir um und fuhren nun in die andere Richtung.

An einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Three Sisters of Glen Coe nutzten wir die Gelegenheit und hielten an. Der Parkplatz war leer.
Der Aussichtspunkt ist ein beliebter Treffpunkt von Tourifahrten mit dem Bus. Schon einen Tag vorher haben wir beobachtet, dass dort mehrere Busse hielten und die Touris wie ein Ameisenstamm herausströmten, schnell 1-2 Fotos machten, zurück zu ihrem Bus wuselten, einstiegen und weg fuhren.
Es war durch den Wind eisig kalt. Ich war zwar eingepackt bis oben hin und sah aus wie ein dicker Tanzbär, aber selbst das hatte nix gebracht. So fotografierte ich die Landschaft im Schutz von Bruno, während sich mein Mann in die Pampa begab. So konnte ich zumindest die ankommenden Touristen beobachten und grinste vor mich hin, denn jeder, ja wirklich jeder müsste nun dasFlosen auf seinem Bild haben. Gut, mindestens 80% der dort geschossenen Tourifotos MÜSSEN verwackelt sein, denn in der Zeit kann kein vernünftiges Foto entstehen. 🙂
Irgendwann rief ich Flo zu, dass er doch bitte das Auto aufschließen solle, denn ich war fertig und mir war kalt. Warum schließt er auch den Bus ab, wenn ich direkt daneben stehe? Irgendwann kam dann auch mein Fahrer wieder und wir setzten unsere Fahrt gegen 10 Uhr fort.

 

 

Wir fuhren die A82 nach Forth William weiter. Weiter nach Glenfinnan und des dort liegenden Loch Shiel. In Glenfinnan gab es unsere nächsten Ziele: das Monument und dessen Viadukt.
Das Viadukt wird Jedem bekannt sein, der “Harry Potter” (Die Kammer des Schreckens, Der Gefangene von Askaban und der Feuerkelch) gesehen hat, aber auch “Das doppelte Lottchen” wurden dort gedreht. Gemeint ist die sogenannte “Harry Potter Brücke”.

 

Wer zu spät kommt…

 

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Ok, jetzt mal der Reihe nach. Wir kamen in Glenfinnan an und suchten den vorher recherchierten und kostenlosen Parkplatz auf. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass uns der letzte Parkplatz vor der Nase weggeschnappt wurde. Es war etwas ärgerlich, da Flo kurz vor Glenfinnan eben dieses Auto uns hat überholen lassen. Tja, wer zu spät kommt… So fuhren wir auf den Besucherparkplatz und zahlten 2,50£ für 3 Stunden. Wird schon reichen, dachten wir uns. Keiner von uns wusste genau, wie weit die Eisenbahnbrücke vom Parkplatz entfernt lag und wie weitläufig dort die Gegend ist. Wir waren schließlich zum wandern / laufen da und nicht nur zum Brücke schauen.

Wir packten also unsere Sachen und ich zog meine Winterwanderstiefel an. Meine Trekkingschuhe waren immer noch nass vom Vortag.
So stiefelten wir zum Geheimparkplatz los. Dort befindet sich ein Privatweg, der direkt zum Viadukt führt. Anhand der Trampelpfade konnte man erkennen, dass es noch mehr Wege gibt, um auf die Brücke zu sehen.

Auf dem quer kommenden Weg stand eine Frau verdächtig mit ihrem Stativ rum. Kurzerhand entschlossen wir zu ihr zu gehen. Es wird doch nicht die Dampflok kommen? Flo sprach die etwas ältere Dame an und diese plapperte ohne Punkt und Komma los. Da ich irgendwann abschaltete und die Frau reden lies, bekam ich nur mit, dass in etwa 20 Minuten die Lok von rechts nach links fahren würde. Außerdem hörte ich noch, dass sie jährlich mit ihrem Mann von Wales hier her kommt (immer zu einer anderen Jahreszeit) und die Dampflok fotografiert. Ihr Mann steht irgendwo links auf einem Hügel.
Aha. Geil! Durch Zufall sollten wir doch noch Glück haben und “The Jacobite” sehen.
Wir wussten, dass die Lok 2x täglich fährt, aber nicht die Uhrzeit. Wir hatten also das perfekte timing an diesem Tag.

So warteten wir gespannt die 20 Minuten ab. Langsam krochen auch weitere Menschen aus ihren Löchern, standen bei uns und auf den umliegenden Hügeln.

Da ich (leider) zu faul war um mein Stativ aufzubauen, (ja, ich weiß, jetzt hab ich schon einen super duper Fotorucksack an dem ich mein Stativ befestigen kann und immer dabei habe und nun benutze ich es nicht!) und der Zug ja vorbei fuhr, sind zu 90% meine Fotos unscharf. Tja, selber schuld.

 

 

Nachdem der Jacobite Steam Train lautstark an uns vorbei gefahren war, packten wir zusammen, verabschiedeten uns von der Dame und gingen zur Eisenbahnbrücke weiter.

Wir begutachteten den rechten Hügel. Da würde man auch auf die Gleise kommen, aber, naja, wir hielten uns an die Verbots-Schilder und gingen nicht drauf.

 

 

Durch die Euphorie meiner männlichen Begleitung bin ich nun auch irgendwo auf diesem besagten Hügel verewigt. HÄ? Kleine Geschichte am Rande der Geschichte: vor dem Urlaub ließen wir uns Buttons machen (dasFlosen und Hoochi´s Welt), die wir gegenseitig ausgetauscht und an unseren Rucksäcken befestigt hatten. Und Flo musste meinen Button irgendwo dort ja verlieren… Nun lieg ich da, irgendwo im schottischen und feuchtem Gestrüpp…

Anschließend verließen wir den rechten Hügel und erklimmten den linken Hügel. Der bot uns wieder eine Sicht auf die Gleise. Außerdem hatte man dort eine schöne Aussicht auf das Loch Shiel und das Monument.

 

 

Mit neuen Eindrücken liefen wir den Weg zurück, denn eigentlich wollten wir das Monument besichtigen. Bereits am Wegesrand, der zum Monument führt stand ein Preisschild. Man sollte bezahlen, um auch nur in die Nähe zu gelangen. Uns reichte der bisherige Blick darauf völlig aus.

So stampften wir über die Straße und gingen zurück zum Auto. Der Tag sollte ja noch nicht vorbei sein.
Wir fuhren nach Doirlinn zum Castle Tioram.

Die Fahrt dorthin war beeindruckend. Entlang der Küste, die mit vielen Haltemöglichkeiten versehen ist und die typisch schottische Landschaft lud zum Verweilen ein.

 


Kurz vor der Burgruine wurde der geringe Verkehr noch weniger und es waren nur noch selten Autos zu sehen.
Der direkte Weg zur Burg war Einspurig. Rechts war eine Felswand und links eine Mauer. Wir konnten froh sein, dass Bruno da noch durch passte. Spannend hätte es werden können, wenn uns dort ein Auto entgegen gekommen wäre, denn ausweichen war nicht möglich. Da hätte einer von Beiden rückwärts fahren müssen. Wahrscheinlich war auch das der Grund, warum dort keine Touristen, sondern nur Einheimische unterwegs waren. Selbst an der Burg.

Es gab einen Parkplatz mit mehreren Parkbuchten. Von dort aus musste man zu Fuß weiter gehen. Zum Castle selber kommt man nur bei Ebbe. Wir kamen rechtzeitig an und konnten zur Ruine gehen.
Dort schauten wir uns um und dokumentierten alles für die Daheimgebliebenen. In die Burg konnte man wegen der akuten Einsturzgefahr nicht gehen. Da wir nicht genau wussten, wann die Ebbe einsetzte und so langsam der Wasserspiegel wieder anstieg, gingen wir lieber zurück an Land, bevor wir, mit ein Paar Müsliriegeln im Gepäck auf der Insel bleiben mussten.

Hier gehts zu weiteren Bildern vom Castle Tioram.

 

Weiter auf Umwegen

 

Es waren alle Ziele erreicht und wir wollten zurück nach GlenCoe auf den Red Squirrel Campingplatz. Flo hatte die glorreiche Idee, dass wir nicht die schon bekannte Strecke zurück, sondern die Straße weiter gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Corran zu fahren. Dort würde es sicher eine Brücke geben und wir würden mehr von der Landschaft sehen und gleichzeitig noch eine Abkürzung nehmen.

Gesagt, getan. Es ging los. Nachdem wir die kurvige und enge Straße passiert (und überlebt) hatten, bogen wir nun nach rechts ab.

 

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Ah, Schafe auf der Straße

sagte ich nur und zog meine Kamera hervor. Das waren die ersten frei laufenden Schafe für uns. Da zu diesem Zeitpunkt gerade mehrere Autos die Straße benutzten, hatte ich etwas Zeit, um die Tiere zu dokumentieren.

 

 

Hast sie?

wurde ich gefragt. Mein Grinsen beantwortete die Frage des Fahrers.

 

Bruno führte uns durch die hügelige, moosige und mit Gestrüpp bewachsene Landschaft nach Corran. Dort musste mein ideenreicher Mann feststellen, dass es dort keine Brücke gibt, die wir passieren konnten. Was nun? Zurückfahren?
Nach genauem studieren der analogen Karte beschlossen wir weiter zu fahren, um dann über Drumsallie zurück nach Fort William zu kommen. Von dort war es der selbe Weg nach GlenCoe, den wir bereits schon gefahren sind.

Auf unserem Campingplatz angekommen, fackelten wir nicht lange, fuhren unser Schlafzimmer aus und zogen uns für den Pub um. Wir hatten Hunger und ich hatte keine Lust zu kochen. Ja, auch so etwas kam vor. Ich war schließlich im Urlaub. 🙂

Mit zwei Stirnlampen schlenderten wir den Waldweg entlang.

Im Pub studierten wir zuerst die Speisekarte. Flo entschied sich das Haggis zu probieren und meine Wahl fiel auf den Angus Beef Burger mit Pommes. Dazu bestellten wir zwei Bier. Überrascht wurden wir mit vollen Tellern. Alles wurde frisch gemacht. Selbst die Pommes waren Handarbeit. Wir waren beide mehr als zufrieden und haben unsere Teller leer gefuttert. Mir musste bei den letzten Pommes geholfen werden.

 

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Zufrieden und mehr als satt verließen wir kurz darauf auch die Boots Bar. Der Spaziergang zum Bus war gerade gut und so konnte Flo noch am Abend unsere Fotos sichern, bevor wir beide platt vom Tag ins Bett gingen.

 

 

Zum Artikel von dasFlosen: EXPELLIARMUS – DAS GLENFINNAN VIADUKT & CASTLE TIORAM

 

Übersicht meiner bisher veröffentlichten Artikel:
Mit dem VW – Bus durch Schottland #3
Castle Stalker
Mit dem VW – Bus durch Schottland #2
Castle Inveraray
Luss – Ich muss draussen bleiben
Largs – Ein Denkmal für die große Schlacht
Culzean Castle
Mit dem VW – Bus durch Schottland #1
bye bye scotland
Mit dem VW- Bus durch…

hoochi Verfasst von:

Meine Name ist Sandra und der bekömmliche Jahrgang 83. Das C im Namen steht für das Chaos in der "Familie Schickischmi". Privat sowie beruflich bin ich immer für alle kleine Racker da. Außerhalb dessen höre ich gerne Musik. Viel. Laut und am liebsten Live. Auch gerne mit mehreren Menschen auf Festivals. Darum mag ich auch gerne Tattoos, brauch viel Kaffee und Johannesbeersaftschorle.

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