Mit dem VW-Bus durch… SCHOTTLAND #3: GlenCoe

Dienstag, 13.10.2015

Good morning!

Die Nacht war nicht ganz so ruhig wie erhofft. Obwohl wir außerhalb des Ortes Gallanach an einem kleinen Fährhafen genächtigt hatten, bekamen wir in der Nacht Besuch von zwei Autos mit Insassen, die dort kurzzeitig Party machten und an unseren Bruno gepinkelt hatten. 🙁
Nach dieser kurzen feuchtfröhlichen Störung gelang es mir aber problemlos wieder einzuschlafen.

Am Morgen sind wir pünktlich um 7 Uhr aufgestanden und ließen das Frühstück ausfallen. Wir hätten sonst glatt den schönen Sonnenaufgang in der Bucht verpasst.

An diesem Tag hieß das Ziel GlenCoe, wo wir planmäßig mehrere Tage verbringen wollten.

Wie kamen wir dorthin? Wir fuhren die A85 in Richtung GlenCoe entlang. Ganz einfach. 😛

Wir passierten Portnacroish und legten einen Zwischenstopp mit Blick auf das Castle Stalker ein.

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Weiter ging es durch Dalnatrat, Kentallen und Ballaculish direkt nach GlenCoe. Dort steuerten wir den Red Squirrel Campingpark an, den wir zuerst gar nicht gefunden hatten. Aber dasFlosen hielt einfach an einem Hostel an und fragte nach. Von diesem Hostel aus waren es dann noch drei Minuten mit Bruno durch den Wald und wir wurden fündig.

Angekommen am Red Squirrel Campingpark mussten wir feststellen, dass das Kassenhäuschen nicht besetzt war. Die Schranke war geöffnet und wir sahen auf dem großflächigen Gelände einige Zelte, Campingbusse und Wohnmobile stehen. Wir fuhren einfach rein und Flo sagte noch:

Da wird schon jemand kommen

Es kam aber Niemand und so setzen wir uns in den T5 und führten in den frühen Morgenstunden unsere Tour fort.

 

Die Schatzsuche

Das erste Ziel war das Grab von Ralston.

Mit einer ungefähren Beschreibung des Platzes, an dem das Grab sein sollte, parkten wir auf einem Wanderparkplatz. Logisch oder? Es war aber nicht der empfohlene Parkplatz, denn dieser war schon zu überfüllt. Es war ein Parkplatz weiter, der für mehrere Fahrzeuge ausgelegt war. Da GlenCoe ein beliebter Ort zum Wandern ist.

So wanderten wir die Hügel entlang und hofften dieses Grab zu finden. Ich fand zuerst ein mega Wasserloch in das ich natürlich rein treten musste und dann, wie soll es anders sein, klatsch nasse Füße und Schuhe hatte. Da musste ich nun durch.

Die Schatzsuche ging weiter und durch Zufall haben wir auch das Grab gefunden. Gleichzeitig fanden wir auch eine mega geile Aussicht auf die Three Sisters of Glen Coe und das Tal von Gleann Comhann.

Kurze Info zwischendrin: Die Three Sisters of Glen Coe ist eine Bergkette, die sich vom Aussehen sehr ähneln.

Was es mit dem Grab auf sich hat, kann ich leider nicht beantworten. Ich weiß nicht, ob es der Lieblingsplatz von Ralston war oder ob er dort verunglückt ist. Ich finde dazu keinerlei Informationen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu doof. 🙂

 

 

Beliebtes Fleckchen

GlenCoe wird auch gerne als Filmkulisse hergenommen. Dort wurden u.a. Filme wie z.B. Harry Potter, James Bond 007: Skyfall und der Highlander gedreht. Wer Flo besser kennt, der weiß, dass er gerne in´s Kino geht. (wer es noch nicht wusste, der weiß es jetzt.) Aus diesem Grund war es für ihn ein Muss, die einzelnen Orte zu finden.

Ich war inzwischen Barfuß unterwegs und trocknete meine nassen Socken an der Heizung des Busses. Wir fuhren die A82 weiter, um den Wasserfall zu suchen, der das berühmteste Motiv von GlenCoe ist.
Wir kamen an einem Cottage vorbei, dass ganz alleine im Moorgebiet stand. Nein, es ist nicht das berühmte Black Rock Cottage, sondern liegt etwas weiter an der A82. Auch hier gab es direkt an der Straße einen Parkplatz für 3-4 Autos. Auf der anderen Straßenseite waren weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge. Dort musste man sich aber überlegen, ob man hinein fährt. Als wir angekommen waren, war dieser Platz übersät mit recht großen Schlaglöchern.
Der Parkplatz war voll und wir entschlossen uns dort nicht zu halten und suchten lieber den Wasserfall. Wir wollten aber wieder kommen.
Es war gar nicht schwer den Wasserfall zu finden, denn am kleinen Parkplatz, (dieser bietet Platz für maximal 3 Autos), waren die ersten Fotografen zu sehen. Wir stellten Bruno ab, ich schlüpfte in meine Winterwanderstiefel und liefen den getrampelten Pfad entlang und standen auch schon am Wasserfall. Im Hintergrund ragte der Black Rock Mountain empor. Diesen Berg fand ich viel interessanter. 😉

 

 

Nachdem auch mein Begleiter seine Fotos gemacht hatte fuhren wir weiter, denn es gab ja noch einen Platz, an dem James Bond stand. Ja, du ahnst richtig. Meine Karte war das Foto aus dem Film. Mehr nicht. Links ein Bächlein, rechts ein Bäumlein und am Straßenrand ein kleines Mäuerchen. Na dann such mal. Und das alles auf einer Single Track Road. Es ist ja nicht so, dass es in Schottland keine Mauern am Straßenrand gibt. 😀
Ich bat Flo irgendwann anzuhalten und stieg aus dem Bus aus und machte mich zu Fuß auf den Weg. Die entgegenkommenden Leute in ihren Autos schauten zum Teil echt bescheuert. Ich fands amüsant, wie ich Barfuß in meinen Crogs die Straße entlang lief.
So wurde ich wenigstens fündig und winkte Flo und Bruno zu mir her. Als die Beiden ankamen, musste ich auch noch her halten, denn mein Mann kann ja nicht als James Bond da stehen und sich fotografieren. Dazu war der Abstand zu groß. Ich finde jedenfalls, dass ich das echt gut gemacht habe. 😉

Anschließend musste natürlich auch ich her halten.

Als Flo mit allem fertig war, fuhren wir die Straße noch weiter, was wirklich empfehlenswert ist. Die Straße endet zwar in einer Sackgasse, aber die Landschaft ist ein absoluter Traum. Fast am Ende der Single Track Road angekommen, drehten wir um und fuhren zurück zur Abzweigung Richtung GlenCoe und unserem Campingplatz.

 

Ein kleines bisschen Heimat

Am Campingplatz angekommen, war immer noch kein Betreiber da und somit suchten wir uns einen schönen Platz aus und gingen duschen.
Es war die erste Dusche seit der Abreise zu Hause und es wurde langsam Zeit. Meine kalten Füße dankten es mir auch.

Nachdem wir geduscht hatten, wurden wir von einer netten, redebedürftigen, älteren Dame begrüßt, die sich als Betreiberin des Red Squirrel Campingplatzes enttarnte. Sie wollte natürlich zuerst wissen woher wir kommen, wie lange wir im allgemeinen in Schottland bleiben wollen, wo wir noch hin wollen und zuletzt wie lange wir vor hatten in GlenCoe zu bleiben.
In Schottland ist es allgemein üblich, dass man jede Nacht extra bezahlt, da spielte es keine Rolle, dass wir zwei Nächte geplant hatten. Für die Nacht zahlten wir 10£ pro Person. Die nette Dame wollte dann 5£ weniger. Das war dann das Bier am Abend. 😉

Wir genossen den Sonnenuntergang am River Coe und zum Abendessen kochte ich Spaghetti Carbonara. Während ich kochte entdeckte Flo 4-5 Rehe, die direkt an unserem Bus standen und futterten. Ich fühlte mich heimisch.

Nach dem Essen besuchten wir den nahegelegenen Pub “Glachaig Inn”. Er ist zu Fuß in ca. 20 Minuten zu erreichen und lockte uns in die Boots Bar. Ein Treffpunkt für Einheimische und viele Wanderer.
Dort gönnten wir uns den ersten schottischen Alkohol und bestellten ein Bier und einen heimischen Whisky.

Da wir so platt waren, blieb es bei den zwei Getränken und wir stiefelten in die Dunkelheit hinein, zurück zu unserem Haus, wo wir dann auch ziemlich schnell schlafen gingen.

So schön für mich dieser Bereich um Glencoe war (und immer eins meiner Highlights bleiben wird) gibt es eine sehr makabere Geschichte dazu: Massaker von GlenCoe (wikipedia-Link)

Infos zum Red Squirrel Campingplatz:
– 10£ pro Person und Nacht
– 2 Duschkabinen und 5 WC´s (recht sauber)
– 2 Aussentoiletten
– Spülbecken
– Waschbrett zum Wäsche waschen
– mehrere Wasserhähne
– Chemietoilettenentsorgung
– große Müllcontainer
– Lagerfeuerplätze (für 4£ bekommt man sogar Holz)
– Infopoint mit vielen Prospekten und Karten
– schön angelegt, ruhig und sauber
– Rehe inklusive
– Stellplätze für Auto, Wohnwagen, Wohnmobile, Zelte
– Hunde erlaub
– nur der Eingangs- und Sanitärbereich ist beleuchtet

Tag 3
Strecke vom 3. Tag

Bericht von dasFlosen: GlenCoe – Land der Träume

Übersicht meiner bisher veröffentlichten Artikel:
Mit dem VW – Bus durch Schottland #2
Castle Inveraray
Luss – Ich muss draussen bleiben
Largs – Ein Denkmal für die große Schlacht
Culzean Castle
Mit dem VW – Bus durch Schottland #1
bye bye scotland
Mit dem VW- Bus durch…

hoochi Verfasst von:

Meine Name ist Sandra und der bekömmliche Jahrgang 83. Das C im Namen steht für das Chaos in der "Familie Schickischmi". Privat sowie beruflich bin ich immer für alle kleine Racker da. Außerhalb dessen höre ich gerne Musik. Viel. Laut und am liebsten Live. Auch gerne mit mehreren Menschen auf Festivals. Darum mag ich auch gerne Tattoos, brauch viel Kaffee und Johannesbeersaftschorle.

8 Kommentare

  1. März 1, 2016
    Antworten

    Eine schöne Geschichte. Was waren denn das für Rabauken am Morgen. 😛

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