Mit dem VW-Bus durch… SCHOTTLAND #8

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Madainn mhath!
Der Wecker klingelte um 7 Uhr, denn wir wollten heute zum “Dunnet Head” dem nördlichsten Punkt Englands und dann weiter nach Gills zum Fährhafen, um zu schauen, wann eine Fähre auf die Orkney Island geht.

Zum Frühstück gab es für Jeden ein belegtes Brot und keinen Kaffee.

Bruno fegte die Straße entlang und es wurde landschaftlich spürbar, dass es in den Norden ging. Die Highlands mit den Unebenheiten lag nun hinter uns. Es herrschten geordnete Verhältnisse: Gerade Felder, Tiere auf abgesteckten Weiden.
Nach der Stadt Thurso machte sich eine Landwirtschaft bemerkbar. Es werden Kornfelder angebaut und eine Vielzahl an Strohballen waren über das Land verteilt.
Langsam nahm auch der Pferdebestand zu und ich sah die ersten Shetlandponys. Nur noch ganz vereinzelt sah ich noch die Highland Cattles. 🙁 Ich hoffte, dass ich noch welche vor die Linse bekam.

Wir fuhren bewusst am Dunnet Head und an der Zufahrt zum Hafen vorbei, da wir noch in John o´Groats beim tanken waren. Dort kostete der Diesel bereits 1,26£, was deutlich teurer war als bei den Tankstellen zuvor. Aber wir mussten tanken, da viele Schotten sagten, dass es auf Orkney noch teurer sei.

Vollgetankt bis oben hin fuhren wir nach Gills zurück und buchten die Überfahrt. Mit 65£ und einer Stunde überfahrt war sie deutlich günstiger als die Fähre von Thurso aus. Da wir noch genügend Zeit hatten fuhren wir wieder zurück zum Dunnet Head und sahen uns den nördlichsten Punkt an. Zurück am Hafen mussten wir noch warten, da die Fähre noch nicht zu sehen war. Dies änderte sich aber schnell und wir konnten uns in die Fahrzeugschlange einreihen und auf das Schiff fahren. Wie schon gesagt, die Überfahrt dauerte eine Stunde. Für mich allerdings dauerte sie viel länger. Durch den enormen Wellengang wurde mir nach kurzer Zeit schon flau im Magen. Ich aß einen Müsliriegel und dadurch wurde es deutlich besser. Flo hatte seinen Spaß und konnte die Fahrt genießen. Er meinte zu mir, ich sei ganz blass und ob es mir wirklich gut ginge… Nein, ich brauche keinen Anti-Seefahrt-Übelkeits-Kaugummi. 😀

 

 

Wir kamen am Hafen von St. Margaret´s Hope an und nachdem wir die Standard Foto´s geknipst hatten fuhren wir zur Italian Chapel weiter und pausierten dort.

In Skaill mit Blick auf den Mull Head machten wir eine erneute Rast und gingen spazieren. Etwas Bewegung musste ja auch sein. Da ich nur meine Trekkingschuhe an hatte, war es ein kurzer Spaziergang, da der Weg moosig und sehr matschig war. Da war für mich klar, dass ich nur noch meine Stiefel tragen werde!

Zurück bei Bruno schlugen wir unser Nachtlager auf. Da das Wetter auf den Orkneys angenehm war und kein Wind herrschte, fuhren wir auch das Dach aus. Zum futtern gab es Nudeln mit Knobitomatensoße. Wir waren kaum fertig mit essen, fing es an zu winden… Was ja nicht unüblich war.
Wir schauten uns die Videos an, die wir mit der GoPro gemacht hatten an und gingen dann auch schon bald ins Bett.
Als das Licht aus war, wurde der Wind stärker und stärker.
Flo war es dann nicht mehr ganz wohl und mir ehrlich gesagt auch nicht mehr. So begannen wir mal wieder mit einer nächtlichen Umbauaktion. Inzwischen sind wir ja geübt darin.
Hauptsache der Kanister und das doofe Klo! Die zwei Dinge nervten beim umbauen ganz schön. Flo brauchte ja dringend den Benzinkanister und ich ja das Klo.
Als wir dann unten auf den Matratzen lagen hielten wir noch etwas Ausschau nach Polarlichtern, aber leider konnten wir keine sehen.

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Auch Flo hat über den Norden einen Bericht verfasst:

STÜRMISCHE VORBOTEN – DIE NORDKÜSTE SCHOTTLANDS

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Es stürmte und regnete. Welcome to Orkney! Wir blieben liegen, bis die Blase spürbar war. Wir räumten den Bus gemütlich auf und kochten in aller Ruhe Kaffee. In der Hoffnung, dass das Wetter besser wurde. Es bestand Sturmwarnung.
Wir hatten unseren Spaß und es wurden noch Handyvideos gemacht, in denen wir mit dem Sturm kämpften.

Gegen 10 Uhr packten wir zusammen und fuhren nach Kirkwall. Der erste Punkt auf der Liste. Wir besichtigten zuerst die neue Kirche und anschließend die Alte, die direkt gegenüber lag. Der Wind fegte weiter und wir kamen kaum voran. In der Kirche war es zumindest windstill.

Wir bummelten durch die Stadt und tranken bei Judith Glue einen warmen Cappucchino. Aufgewärmt gingen wir im LIDL einkaufen und deckten uns mit genügend Pizzaschnecken, Schokocookies und Alkohol ein. 😉

Unser ausgesuchtes Nachtlager war an der Küste bei Broch of Gurness. Da es erst 15 Uhr war und Flo die Wellen an den Klippen brechen sah, blieben wir dort nicht lange. ER musste einfach näher ran! So fuhren wir an die Birsay Bay und seinem Leuchtturm.
Wir stiegen aus, ich knipste ein paar Fotos und verschwand wieder im Bus. Flo dagegen tobte sich richtig aus und blieb bei Regen und Sturm da draußen. Er war patsch nass und ich fror dafür im Bus. Außerdem war es mir nicht ganz geheuer, wenn Bruno so wackelte. Ich dachte ich würde davon fliegen.

Nach zwei Stunden kam dann Flo mal zurück und bemerkte, dass ich mir fast in die Hose machte. Also fuhren wir zurück und besuchten die nahe gelegene Toilette. Erleichtert trafen wir am Nachtlager ein und hofften auf das Ende des Sturmes, da wir das Broch of Gurness noch besichtigen wollten.

Während gewartet wurde sorgte ich für das Essen und den Abwasch. Es stürmte weiter. Die Sehenswürdigkeit hatten wir nicht mehr besichtigt. Um 19:52 Uhr las Flo den Wetterbericht: ab 20 Uhr weniger Wind. Ich sagte nur, dass ich nicht glaube, dass der Wind in 8 Minuten Feierabend macht.

Auch in dieser Nacht sollten Polarlichter zu sehen sein.

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Die bisher veröffentlichten Artikel:

Mit dem VW-Bus durch Schottland #7
Calda House
Ardvreck Castle
Mit dem VW-Bus durch Schottland #6
Strome Castle
Dunvegan Castle
Duntulm Castle
Mit dem VW-Bus durch Schottland #5
Mit dem VW-Bus durch Schottland #4: Glenfinnan
Castle Tioram
Mit dem VW – Bus durch Schottland #3: GlenCoe
Castle Stalker
Mit dem VW – Bus durch Schottland #2
Castle Inveraray
Luss – Ich muss draussen bleiben
Largs – Ein Denkmal für die große Schlacht
Culzean Castle
Mit dem VW – Bus durch Schottland #1
bye bye scotland
Mit dem VW- Bus durch…

hoochi Verfasst von:

Meine Name ist Sandra und der bekömmliche Jahrgang 83. Das C im Namen steht für das Chaos in der "Familie Schickischmi". Privat sowie beruflich bin ich immer für alle kleine Racker da. Außerhalb dessen höre ich gerne Musik. Viel. Laut und am liebsten Live. Auch gerne mit mehreren Menschen auf Festivals. Darum mag ich auch gerne Tattoos, brauch viel Kaffee und Johannesbeersaftschorle.

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