Mit dem VW-Bus durch… SCHOTTLAND #7

Montag, 19. Oktober 2015

Der 9. Tag unserer Schottland Rundreise fing gut an. Ich habe den Wecker (wieder einmal) nicht gehört und meine Begleitung wagte nur einen Blick nach draußen und beschloss anschließend weiter zu schlafen. Es war bewölkt und es gab somit keinen Sonnenaufgang.

Gegen 8:30 Uhr erwachte ich aus meinem Koma und weckte mit zwei Stunden Verspätung meine bessere Hälfte.

Der Anblick der Umgebung war sehr schön: auf einer Seite strahlender Sonnenschein und auf der anderen tief schwarze Wolken. Da musste Flo natürlich gleich los… um früh am Morgen auf die Fresse zu fliegen. Ja er und nicht ich. 😀 Thiiiihiiii

Na gut, nachdem auch ich dann mal fotografiert hatte, wurde zusammen gepackt und los gefahren. Das Tagesziel war Durness. Wie auch an diesem Tag wurde geschaut, wie weit wir kamen.

Die erste Rast war in Gairloch auf dem Aussichtspunkt mit schönem Blick auf Poolewe. Es ging vorbei an der Gruinard Bay (wo wir ebenfalls einen kurzen Stopp am Strand machten) und Dundonell hoch nach Ullapool. Von dort nach Ledmore und weiter zum Ardvreck Castle.

Vor dem Ardvreck Castle steht ein abgebranntes Wohnhaus, das Calda House, das wir ebenfalls auf unserer Besichtigungsliste hatten.

Es begann zu regnen und wir setzten unsere Fahrt fort in Richtung Lochinver. Wir fuhren die Single Track Road, die über Clashness und Drumbeg nach Ullapool führte. An der Küste entlang brachte uns Bruno nach Scourie, wo er dann mit teurem schottischen Diesel befüllt wurde.

Bruno war nun zufrieden und brachte dasFlosen und mich nach Oldshoremore an den Sandstrand. Am dortigen Parkplatz angekommen, nahm der Wind stark zu und ich schnappte mir deshalb nur meine Kamera. Mein Stativ ist für solch Windverhältnisse nicht geschaffen.

Plötzlich trat Hektik und Panik auf. Flo fand sein Stativ nicht mehr. Wir suchten den gesamten Bus ab, aber es war nicht da. Nun wurde überlegt, wo und wann der Herr Chaot das Stativ zum letzten Mal hatte. Seiner Meinung nach kurz nach dem Ardvreck Castle, als wir an einem Straßenrand Fotos machten.

Dennoch gingen wir kurz zum Strand. Der Wind wurde stärker und der Regen nahm zu, da beschlossen wir, wieder zurück zum Bus zu gehen. Während wir zurück liefen, überlegten wir, ob wir die Strecke zurück fahren sollen um das Stativ zu suchen oder nicht. Ja, wir fuhren zurück und suchten alles ab. Leider ohne Erfolg. Toller Tag für Flo. Aber wir hatten ja noch mein Stativ, das aber Flo nicht ganz zufrieden stellte.

Nun war Flo sauer und breschte nach Durness durch, steuerte schnurstracks den Campingplatz “Sango Sands” an und stellten dort unseren Bruno ab. Nebenan gab es ein kleines Restaurant, in das wir zum Essen gingen. Dort kontaktierten wir, durch free wifi, die Daheimgebliebenen.

Mit etwas besserer Laune ging es dann auf den Campingplatz zurück. Flo sicherte die Fotos und ich schrieb meine Notizen.

Das Wetter schlug nun um. Es stürmte fast und es regnete. Dennoch schliefen wir Oben.

Ausstattung des Campingplatzes Sango Sands:
– 2 Duschkabinen für die Allgemeinheit
– 4 Waschbecken
– 6 Toiletten
– 3 Waschmaschinen
– 3 Trockner
– 2 Spülbecken
– Wasserstation
– Chemietoiletten Entsorgung
– viele Stellplätze mit Stromversorgung

 

 

Tag 9
Strecke von Tag 9

 

 

Dienstag, 20. Oktober 2015

Eigentlich wollten wir an diesem Tag ausschlafen, doch um 8 Uhr war für mich die Nacht vorbei. Ich wusste nicht warum. Trotz Wind konnte ich gut schlafen. Ich kann auch nicht genau sagen, wann wir das Licht ausgemacht haben. Jedenfalls war der Morgen ganz gemütlich. Während Flo beim Fotografieren war, habe ich Kaffee gekocht. Anschließend war eine heiße Dusche angesagt und ich wollte noch abspülen gehen. Aber an den zwei Spülbecken drängten sich bereits drei werte Herren zusammen, um ihr Geschirr zu spülen. Die Herren ließen sich richtig Zeit und ich beschloss nun auch duschen zu gehen. In der Zwischenzeit konnte Flo dann abspülen gehen. Ich kam pünktlich zum abtrocknen. Flo bekam noch wertvolle Tipps des Betreibers des Platzes. Wir sollen nicht wie geplant von Thurso aus mit der Fähre auf die Orkneys fahren, sondern etwas weiter an den Hafen in Gills. Diese Fähre sei wesentlich günstiger und man würde nicht so lange fahren.

Wir verräumten im Bus alles, füllten unser Wasser auf und weiter ging die Fahrt zum nächstgelegenen “Dorfladen”. Dort wurden erstmal Zuckerbomben gekauft. 😉

Flo hatte den Verlust seines Statives noch nicht verkraftet. Hätte ich auch nicht. So alt war es nicht und vor allem war sein Kugelkopf recht neu und sau teuer. Somit fuhren wir erneut die gesamte Strecke nach unten und suchten nochmals alles ab. Am Ardvreck Castle angekommen lief Flo allein zur Ruine und ich bereitete uns ein Brot zu. Wie nicht anders erwartet kam er mit leeren Händen zurück. Nun musste er sich von seinem Stativ endgültig verabschieden.

Das Wetter war an diesem Tag auch wieder besser und wir versuchten unser Glück noch einmal am Sandstrand bei Oldshoremore. Und es hat geklappt. Es windete zwar wie die Sau, dafür war die Brandung und die Wellen gigantisch.
Als dort alles digital festgehalten war, fuhren wir durch die wirklich sehenswerte Landschaft zur Balnakeil Bay und dessen Friedhofs.

 

 

Balnakeil Village & Church

Das sehr ruhige Dorf Balnakeil liegt nördlich in Schottland bei Durness. Das Dorf ist so zu sagen ein Geisterdorf.

Um 1600 lebte im nahegelegenen Ort Durness ein Mann Namens Domhnull MacMhurchaidh (Donald McMurdo). Dieser Herr war ein Straßenräuber und ermordete 18 Menschen (es können auch mehr sein, aber keiner konnte dies beweißen). Die getöteten Menschen “entsorgte” er in den Smoo Caves.
Donald McMurdo soll im Jahr 1619 rund 1000 Pfund an die Kirche gespendet haben, um seine Überreste auf dem Friedhof beerdigen zu dürfen. Auf seinem Grab steht geschrieben: “Donald Makmurchou here lies low/ Was ill to his friend, and worse to to his foe/ True to his master in prosperity and woe. DMMC 1623”. Dort liegt er nun auf dem Friedhof mit Meeresblick.

Der Poet Rob Dunn und Elizabeth Parkes, die Tante von John Lennon sind ebenfalls auf diesem Friedhof begraben.

Flo und ich suchten mehrmals den Friedhof nach dem Grabstein von McMurdo ab und wir fanden nichts. Es gab zu viele, die mit Moos zugewachsen sind. Erst bei den Recherchen zu Hause stellte ich fest, dass ich doch das Grab gefunden und sogar fotografiert hatte. Wir suchten außerhalb der Kirchenruine, dabei ist es direkt am Eingang auf der linken Seite.

Die Einheimischen sind alle ausgewandert oder tot. Lediglich eine Kommune mit einer geringen Anzahl von Künstlern leben noch in Balnakeil. Somit findet man dort viel Handwerkerkunst: Kerzen, Stickereien, Korbwaren, Wein vom Land usw.

Wir besuchten natürlich auch den Strand. Auch hier war es ein schönes Naturschauspiel.

 

 

 

Weiter ging es auf der A838 durch Durness zu den Smoo Caves. Die Höhle war ein Versteck für Schmuggler und Diebe. Auch die bereits erwähnten ermordeten Menschen von Donald McMurdo wurden hier beseitigt.
Mit einem Guide kann man die Höhlen erforschen. Leider war bei unserem Besuch keiner da. Laut unserem Reiseführer in Papierform soll es auch nicht spektakulär sein.

Anschließend brachte uns Bruno weiter in Richtung Thurso.

Kurz vor Melvich rasteten wir auf einem Parkplatz. Da es in der Zwischenzeit begonnen hatte zu schütten und zu stürmen beschlossen wir die kommende Nacht hier zu verbringen. Wir fuhren das Dach von Bruno aus, um es zwei Stunden später in der Dunkelheit wieder ein zu fahren. Mir war es nicht wohl, wenn es so stürmte. Ich hätte niemals Oben schlafen können. Somit räumten wir in einer Nacht- und Nebelaktion den Bus um, damit wir unten schlafen konnten.
Den Abend ließen wir mit Pasta, Bier, Chips und Fußball ausklingen. 😉

 

Tag 10
Day 10

 

Die bisher veröffentlichten Artikel:

Calda House
Ardvreck Castle
Mit dem VW-Bus durch Schottland #6
Strome Castle
Dunvegan Castle
Duntulm Castle
Mit dem VW-Bus durch Schottland #5
Mit dem VW-Bus durch Schottland #4: Glenfinnan
Castle Tioram
Mit dem VW – Bus durch Schottland #3: GlenCoe
Castle Stalker
Mit dem VW – Bus durch Schottland #2
Castle Inveraray
Luss – Ich muss draussen bleiben
Largs – Ein Denkmal für die große Schlacht
Culzean Castle
Mit dem VW – Bus durch Schottland #1
bye bye scotland
Mit dem VW- Bus durch…

hoochi Verfasst von:

Meine Name ist Sandra und der bekömmliche Jahrgang 83. Das C im Namen steht für das Chaos in der "Familie Schickischmi". Privat sowie beruflich bin ich immer für alle kleine Racker da. Außerhalb dessen höre ich gerne Musik. Viel. Laut und am liebsten Live. Auch gerne mit mehreren Menschen auf Festivals. Darum mag ich auch gerne Tattoos, brauch viel Kaffee und Johannesbeersaftschorle.

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